NE­BEN­KLA­GE-/OP­FER­VER­TRE­TUNG




Jedes Opfer eines Sexualdiliktes sollte sich anwaltlicher Hilfe bedienen. Nur so wird ein erneutes Ungleichgewicht im Strafverfahren, in dem der Täter in der Regel einen Rechtsanwalt als Verteidiger an seiner Seite hat, vermieden. Sich dem Strafverfahren gegen den Täter als Nebenkläger anzuschließen bedeutet nicht zuletzt auch aus der Rolle des passiven Opfers herauszutreten und eine aktive Rolle einzunehmen.

Meine Aufgabe als Nebenklagevertreterin sehe ich vorrangig in der Vermittlung zwischen und Opfer und Justiz. Durch meine spezielle Ausbildung im Bereich des sexuellen Mißbrauchs bin ich einerseits besser als andere Juristen in der Lage, mich in die Situation des Opfers hinein zu versetzen und dies dem Gericht zu vermitteln. Andererseits kann ich dem Opfer die für die Betroffenen häufig nur schwer verständlichen juristischen Verfahrensabläufe erläutern.


Meine Tätigkeit auf dem Gebiet der Opfervertretung umfaßt insbesondere

  • die Vertretung von Opfern in dem Ermittlungsverfahren gegen den Täter
  • Vertretung von Opfern im Strafprozeß als Nebenkläger
  • Beistand des Opfers bei dessen Zeugenaussage, soweit der Anschluß als Nebenkläger nicht zulässig ist
  • Geltendmachung von Schmerzensgeld im Zivilprozeß
  • Unterstützung bei der Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz.

Die Anwältin sollte nicht erst beauftragt werden, wenn der Verhandlungstermin unmittelbar bevorsteht. Um gegebenenfalls auf das Ermittlungsverfahren Einfluß nehmen zu können, sollte die Beauftragung spätestens kurz nach Erstattung der Strafanzeige erfolgen.

Soweit die Kosten für die Beauftragung einer Rechtsanwältin nicht von der Staatskasse getragen werden, besteht die Möglichkeit, sich diesbezüglich an den Weißen Ring zu wenden. Insoweit sollten Kostenfragen bei der Überlegung, sich einer Rechtsanwältin zu bedienen, keine Rolle spielen.